Hallo ihr Lieben!

Wir wollen euch Stück für Stück einen Blick hinter unsere Kulissen bieten. Was heißt denn eigentlich „Komplettrestaurierung“? Welche Stationen durchläuft der Bus?

Um euch einen Einblick zu verschaffen, haben wir in diesem Post eine Galerie zusammengestellt. Nach und nach führen wir euch durch die einzelnen Abschnitte einer Restaurierung, ihr könnt euch anschauen wie aus einem von Wind, Wetter und Zeit gebeutelten Bus wieder eine wahre Schönheit entsteht. An einigen Stellen haben wir euch auch weiterführende Links eingefügt 🙂

Folgt dazu einfach den Bildern und Beschreibungen, wir wünschen euch viel Spaß! 🙂

Wir erzählen unter anderem anhand der Geschichte von diesem hübschen Burschen:
Sein Besitzer hat sich entschieden, ihn für eine Komplettrestaurierung zu uns zu bringen. Diverse Stellen an denen Gevatter Rost sich gütlich getan hatte mussten dringend überarbeitet werden. https://van360.eu/technik/#van360technikcheck
https://van360.eu/karosserie/#van360karosseriecheck

 
Als erste Station wird ein Bus von uns komplett zerlegt. Alles muss raus – von Stoßstangen und Scheiben über Spiegel, Beleuchtung, Innenleben der Türen, Sitze und Bänke, bis zu den Innenverkleidungen und der Bodenplatte! Wir säubern die Einzelteile und dokumentieren eventuelle Schäden als Vorbereitung für die spätere Komplettierung. Anschließend lagern wir alle Teile beschriftet ein.

Hier seht ihr die hintere Seitenverkleidung eines T3 Multivans.

Unter den Verkleidungen sind oftmals Dämmmatten die entfernt werden müssen.

Habt ihr an eurem T3 an den Vordertüren wellige und manchmal nasse Innenverkleidungen, vor allem im unteren Bereich? Dann kann es sein, dass die darunter liegende Folie, die vor Nässe schützen soll, altersschwach und gerissen ist.

Das sieht dann zum Beispiel so aus… Wird dieser Bus nach der Restaurierung von uns komplettiert, erhält er eine neue Folie.


Entfernt man Verkleidung und Folie kann man das Innenleben der Tür bestaunen. Türöffner mit Zentralverriegelung, Fensterhebemechanismus, Türfangband usw. – alles ist jetzt frei zugänglich und wird demontiert.

Ist der Bus oben herum komplett zerlegt wird sich dem Unterboden gewidmet. Soll er eine komplette Unterbodenbeschichtung erhalten ist der dafür erste Schritt, dass der Unterboden nach dem Zerlegen durch Eisstrahlen von allem Schmutz befreit wird.
Hier seht ihr den Unterboden eines T4 der gerade noch zerlegt wird.

 
Jetzt ist er eisgestrahlt, alle Stellen an denen Rost ist sind gut zu erkennen!


Dieser T4 wurde unten nur bis zum vorderen Querträger zerlegt.


Der Unterboden eines T3 nach dem Eisstrahlen.
https://van360.eu/karosserie/#buseisstrahlen

Übrigens! Wenn schon mal alles vom Unterboden demontiert wird, bietet es sich an, alle Teile pulvern zu lassen. Hier zum Beispiel sind diverse Teile von einem T3 Syncro

  1. Unterfahrschutz
  2. Seitliche Motorhalter
  3. Querlenker oben
  4. Querlenker hinten

Nicht nur schön, sondern auch haltbar! Vor dem Pulverbeschichten werden die Teile durch Sandstrahlen von sämtlichem Rost befreit. Durch das Pulvern erhält man eine höhere Schichtdicke des Lacks als durch schlichtes Lackieren. Gerade am Unterboden, der Steinschlägen ausgesetzt ist, eine dankbare Angelegenheit.

Warum der Bursche hier so staubig ist? Er kommt gerade frisch vom Sandstrahlen! Nachdem der Unterboden eisgestrahlt wurde, ist viel Oberflächenrost zu sehen gewesen. Dieser wurde mithilfe von Sandstrahlen beseitigt.

Hier schaut ihr auf den frisch gestrahlten Unterboden eines T3, und zwar von vorne nach hinten zwischen dem linken Längsträger und dem linken Schweller auf den hinteren Querträger.

Und die andere Seite, rechter Schweller, rechter Längsträger.

Blick von dem vorderen Querträger zum hinteren Querträger.

Hier schaut ihr in das Radhaus vorne links…


… und in das Radhaus vorne rechts. Das Domlager ist oben links teilweise zu sehen.

Was aber ist mit Bereichen, an denen das Blech doppelt liegt und an die der Sandstrahler nicht herankommt?
Wie zum Beispiel hier, am Übergang von dem hinteren rechten Längsträger zum hinteren Querträger.


Hier kommen die Karosseriebauer ins Spiel. Das schadhafte Blech wird entweder aufgestemmt, wie auf diesem Bild zu sehen, oder aber ganz herausgetrennt.


Die betreffende Stelle wird entrostet und grundiert.


Anschließend wird das Blech wieder hochgebogen (oder ein Neues zurechtgeschnitten) und verschweißt.

Hier schaut ihr auf den Längsträger hinten links, quasi die untere linke Kante eures Motorraums, wenn ihr statt dem Motor darin steht 😉


Die Schweißpunkte, welche die Bleche zusammenhalten, werden mit einem Schweißpunktbohrer entfernt und das Blech aufgebogen.

Jetzt wird das Blech entrostet und mit einer Schweißpunktversiegelung grundiert.


Als letzter Schritt werden die Bleche neu verschweißt und anschließend nochmals grundiert.

Nach und nach bearbeiten unsere Karosseriebauer so euren gesamten Bus!


Nun aber vom Unterboden wieder aufwärts. Da gibt es schließlich auch einiges zu tun.
Hier seht ihr zum Beispiel die untere Ecke der Windschutzscheibe des weißen Multivans.


Wir wollen euch nicht vorenthalten was unter der - vielleicht vorerst unscheinbar aussehenden - Ecke geblüht hat. Einige Rostbereiche sind erst nach der Zerlegung in vollem Umfang zu sehen.

 
Auch die linke Seitenwand war unter der Beplankung deutlich angegriffen.


Hier seht ihr was zum Vorschein kam, als der Karosseriebauer die Seitenwand entfernt hatte: Der linke Schweller ist von oben vom Rost zerfressen.

 
Stück für Stück entsteht nun für das rostige Kerlchen eine gesunde, rostfreie Basis aus Neu- und guten Gebrauchtteilen.


Fertig!

Nach Abschluss sämtlicher Karosseriearbeiten bekommen eure Schätze auf Wunsch eine komplette Unterbodenbeschichtung! Erst werden alle Ecken, Kanten und überlappende Bleche per Hand gepinselt. Anschließend folgen drei Spritzgänge mit spezieller Unterbodenschutz Farbe.
Auf den folgenden Bildern seht ihr einen fertig beschichteten T3.

 
Hier steht ihr anstelle des Motors im Motorraum und schaut schräg nach rechts vorne. Ihr schaut auf einen Teil des rechten hinteren Längsträgers und auf die Wand, vor der die Beine eurer Mitfahrer auf der Rückbank baumeln.

Ihr seht in das linke hintere Radhaus. Der Motorraum des Busses ist abgeklebt, da er in Wagenfarbe mitlackiert wird.


Blick in das vordere linke Radhaus, gut zu sehen ist der linke Y-Träger und das Domlager.


Aussicht von der Mitte des Busses auf den vorderen Querträger…


… und vom vorderen Querträger nach hinten. Die perfekte Basis, um die Arbeiten der Karosseriebauer nachhaltig vor Rost zu schützen, ist gelegt.

Karosseriearbeiten ✓
Unterbodenbeschichtung ✓
Jetzt kommen die Bullis zu unserem Lackierer.

Hier erfolgt der Feinschliff: Der komplette Bus und seine Anbauteile werden grundiert …


… und lackiert.
Habt ihr ihn erkannt? Das ist der (ehemals) weiße Multivan – auf Kundenwunsch wurde er in einer anderen Farbe lackiert.

 
Nachdem der Bus vom Lackierer wieder in unsere Werkstatt kommt, wird er von innen mit Kältekautschuk gedämmt. Wie das aussieht seht ihr hier an einem anderen Bulli.


Die linke mittlere Seitenwand des Bullis. Die Dämmung wird flächig verklebt, damit keine Hohlräume zwischen Blech und Dämmung entstehen.


Die Dämmung wird auf allen zugänglichen Flächen der Seitenwände, Türen und Klappen verklebt.

Und wenn euer Bus ein Hochdach besitzt, wird selbstverständlich auch das gedämmt!

 
Jetzt wird der Unterboden mit Wachs beschichtet, es bietet zusätzlichen Schutz gegen Umwelteinflüsse. Da die Karosserie für das Lackieren fettfrei sein muss, wird diese Schicht immer erst im Anschluss aufgebracht.
Hier seht ihr den frisch beschichteten Unterboden eines T4.

 
Sollte der Unterboden nicht komplett zerlegt worden sein, wird die übrige Technik vor der Beschichtung abgeklebt, ebenso die lackierten Oberflächen.

Auf den folgenden Bildern ist nicht nur schon wieder mit dem Zusammenbau begonnen worden, der Bus ist auch bereits hohlraumkonserviert. Dazu erzählen wir euch gleich mehr.
Ihr schaut hier von innen auf den Schweller eines T4.

Der Bremskraftregler für die Hinterachse ist bereits wieder montiert.

Der Blick von hinten nach vorn, die Komplettierungsarbeiten sind schon voll im Gange.

Aber - Momentchen mal! - wir haben versprochen euch noch etwas zur Hohlraumkonservierung zu erzählen!

… und dann kommt (es) Fett!
Was für die Hohlraumkonservierung interessant ist: Wichtig sind dabei vor allem Stellen, an denen das Blech mehrlagig ist. Alle Falze und Nähte werden dick mit Fett beschichtet um Korrosion zu verhindern. Das wird sowohl in sämtlichen Hohlräumen im Innenraum, wie auch am Unterboden gemacht!
https://van360.eu/karosserie/#hohlraumkonservierung

Natürlich säubern wir euren Bus nach der Hohlraumkonservierung von allen überflüssigen Fettspuren!

 
Beim T4 wird auch der Innenkotflügel, sowie die Innenseite des äußeren Kotflügels mit Fett beschichtet.

 
Das Fett wird mit Temperaturen von ca 80°C in die Hohlräume gespritzt. Fährt der Bus dann das erste Mal wieder in den Sommerurlaub und wird ordentlich warm, wird auch das Fett wieder weich und kriecht in alle noch so kleine Ecken. Also keine Panik wenn euer Bus tropft, nach einer Hohlraumkonservierung ist das ein sehr gutes Zeichen!


Hier schaut ihr bei einem T4 vom vorderen Querträger nach hinten.

Hier sind Bilder von einem T3 der eine Komplettlackierung bekommen hat. Ihn habt ihr auch schon bei den Beispielbildern zur Dämmung gesehen!


Vor allem an der linken mittleren Seitenwand gibt es viele doppelt liegende Bleche: Seitenwand, Bodenblech und der Schweller treffen aufeinander. Ihr seht diesen Bereich später nicht, da er von der Bodenplatte abgedeckt wird.

Wusstet ihr, dass die Seitenwandverstärkungen des T3 nicht geschweißt, sondern verklebt sind? Selbstverständlich bekommen aber auch sie „ihr Fett ab“.

Beim T3 gibt es auch ein paar Außenbereiche welche behandelt werden, wie zum Beispiel der Lufteinlass in der D-Säule.

Auch die äußere Schiebetürschiene, die von einer Blende abgedeckt ist, wird konserviert.

Hier sitzen bald wieder die Scheinwerfer und vieles mehr.


Natürlich wird auch der Unterboden behandelt. Ihr steht unter dem Motorraum und schaut nach vorne.


Die Y-Träger des T3 haben gerne Oberflächenrost – das wird diesem Burschen nicht so schnell wieder passieren!


Noch schaut der Bulli nur aus der Halle sehnsüchtig auf den Sonnenschein…


Wir haben euren Bus also nach euren Wünschen in allen Hinsichten zerstückelt, gestrahlt, instandgesetzt, lackiert und gefettet.
Was kommt dann noch?
Der Bus wird wieder komplettiert!


Begonnen wird die Komplettierungsarbeit am Unterboden und mit der Technik.


Ihr schaut von vorne nach hinten auf die Reserveradwanne eines T3. Diese wurde übrigens pulverbeschichtet. Auch ein neuer Tank wurde verbaut.

…Wenn man sowieso schon alles ausgebaut hat: Dieser Bulli hat im Zuge der Restaurierung einen Motorumbau von JX auf AAZ bekommen. Außerdem wurde eine neue Abgasanlage verbaut, Edelstahl Wasserrohre eingesetzt, neue Stoßdämpfer bestellt …

 
Wenn von unten alles sitzt wie es soll, wird dem Bulli wieder alles angebaut was außen noch so fehlt. Scheiben, Beleuchtung, Spiegel, Scheibenwischer, Zierleisten, Serviceklappe, Nummernschilder usw. Übrigens wäre das auch der perfekte Zeitpunkt, um neue Luftleitbleche zu verbauen!
https://van360.eu/technik/#luftleitbleche

 
Anschließend geht es weiter mit dem Innenraum.
Alle Türverriegelungsmechanismen, Fensterheber und evtl. Lautsprecher werden eingesetzt und die Innenverkleidungen montiert. Das Armaturenbrett wird eingebaut und angeschlossen. Teppiche und Bodenbeläge werden verlegt, Sitze und Bänke eingebaut…


Nanu, noch etwas Chaos?
Nichtsdestotrotz: Neuer Himmel, neue Innenverkleidungen, vom Tischler entworfene Rücksitzbank, eine neue Bodenplatte – jeder Traum kann wahr werden!

Hier schaut ihr auf nagelneue Sitze mit Lordosenstütze! Die nächste lange Urlaubsfahrt kann kommen 🙂


Innen, außen und unten alles komplett? Jetzt durchläuft der Bus mit uns eine Erprobungsphase. Er wird für euch auf Herz und Nieren geprüft, damit ihr sofort und voller Freude mit ihm auf große Fahrt gehen könnt!
Ist das geschehen dürft ihr euren Schatz gesund und munter wieder in Empfang nehmen!

Und -schwups- steht da wieder ein kompletter, strahlender Bulli!
Hier zum Beispiel ist, kaum mehr wieder zu erkennen, der Multivan vom ersten Bild unserer Geschichte!
Wir wünschen gute und sichere Fahrt!

Euer Team von Van360 🙂